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Handelsblatt | Christian Herchenröder

Messe schließt vorzeitig: Die Kunsthändler breiten ihr Angebot nun online aus
Christian Herchenröder
March 12, 2020

Die Tefaf reagiert auf die Ansteckungsgefahr durch das Coronavirus und schließt diese Woche vorzeitig. Nun ist die Kunst nur noch im Internet zu entdecken.

Maastricht Wie Opernhäuser, Kunstpreisverleihungen und die Buchmesse entkommen auch die bildenden Künste nicht der Corona-Epidemie. In Italien sind die Museen schon seit Montag komplett geschlossen. In Deutschland bleiben laut Museumsbund die meisten Häuser noch offen. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn rät zwar seit dieser Woche zur Absage von Veranstaltungen mit mehr als 1000 Besuchern. Aber nur in den ganz großen Häusern schlendern hierzulande so viele Menschen gleichzeitig durch viele Säle.

Wirklich betroffen wären damit nur Veranstalter von Blockbuster-Ausstellungen. Das Museum Barberini in Potsdam etwa steuerte die Besucher bisher über sein Ticketingsystem. Seit Donnerstag ist die Monet-Ausstellung bis zum 17. März geschlossen.
Bei internationalen Kunstmessen ist das Bild noch uneinheitlich. Die „Miart“ in Mailand, die „Art Paris Fair“, die „artmonte carlo“ und die „PAD Paris“ sind auf spätere Termine verschoben worden. Die „Art Cologne“und die „Art Brussels“ allerdings wollen noch ihren Termin Ende April halten.

Wie schnell sich Entscheidungen in diesen Tagen ändern können, zeigt ein Blick nach Maastricht. Die „The European Fine Art Fair“, kurz Tefaf, öffnete zwar in der vergangenen Woche wie geplant. Doch an diesem Mittwoch schloss sie dann vorzeitig. Ein italienischer Moderne-Händler war am Montag positiv auf das Coronavirus getestet worden. Seitdem ist das Angebot der Messe, die eigentlich bis Sonntag hätte laufen sollen, nur noch auf den Webseiten der Tefaf und der Händler einzusehen.

Clevere Aussteller haben zudem Videos versandt, die dem Kunstfreund aus sicherer Entfernung Einblick ins Angebot verschaffen. Die Tefaf ist seit ihrer Gründung ein unübertroffener Olymp des Altmeisterhandels. In der aktuellen Ausgabe bietet die Gemäldesektion zwar noch immer Spitzenqualität, aber der Händlerstamm hat sich stark verändert, die Geschmäcker haben sich verschoben. Die Moderne hat mit 59 Ausstellern die 55 Spezialisten Alter Malerei überflügelt.

 

Konkurrenz für Altmeisterhändler

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Ein absolut fairer Preis sind die 450.000 Euro, die Nicholas Hall für eine brillante „Madonna mit Kind“ des in Leonardos Mailänder Atelier geschulten Giampetrino erwartet.

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